Eine wiederkehrende Plage: Halmfliegen

Wenn sie sich einmal ein Objekt ausgesucht haben, so kommen sie im Spätsommer/Herbst oftmals wieder! Das massenhafte Auftreten der kleinen Halmfliegen (Chloropidae) kann zur Plage werden!

Autor: Rudolf Ott, BLD – Desinfektion GmbH, Jegenstorf

Meist in grosser Zahl belegen die kleinen goldfarbenen, ca. 2 mm grossen Fliegen die Fassaden, Estriche und dringen auch auf der Suche nach einem Überwinterungsplatz in die Häuser ein.

Bis drei Generationen pro Jahr möglich

Weltweit sind ca. 2000 Arten dieser kleinen Lästlinge bekannt. Das zu den Zweiflüglern (Diptera) gehörende Insekt, ernährt sich von Pflanzenresten, Nektar, Honigtau und anderen Süssigkeiten. Ihr Lebensraum sind normalerweise die Wiesen. Die befruchteten Weibchen legen ihre Eier im Frühjahr an den Gräsern ab. Bereits bei einer Temperatur ab 12°C werden die Insekten aktiv. Die Fliegen machen alle Stadien der Entwicklung durch, vom Ei – Larve – Puppe – Insekt. Es sind  je nach Witterung bis drei Generationen pro Jahr möglich. Die geschlüpften Larven ernähren sich im Inneren der Grashalme sowie von Blüten und Früchten.

Eine  Bekämpfung auf Wiesen ist nicht möglich, da die Felder nicht grossflächig besprüht werden können, ohne auch weitere Insekten und Nützlinge zu gefährden. Einige Arten können auch in Nutzpflanzen erhebliche Schäden anrichten. Bei längeren Kälteperioden sterben viele der Larven ab. Niederschläge haben für den Flug ausgewachsener Insekten einen negativen Einfluss.

Befall von verkleideten Fassaden

An Häusern vorwiegend mit hellen Fassaden oder Fassadenverkleidung sammeln sich im Herbst Millionen der kleinen Fliegen. Sie dringen in die Hohlräume von Fassaden, in Estriche und in Wohnungen ein, um zu überwintern. Einmal befallene Objekte werden gerne wieder besiedelt.

Die genaue Ursache warum die Fliegen wiederkehren, ist nicht bekannt, man vermutet, dass ausser den günstigen Bedingungen auch Pheromone eine Rolle spielen. Gerne werden verkleidete Fassaden befallen, meist die oberen Stockwerke. Der Auftrieb feuchtwarmer Luft hinter und an den Fassaden-Verkleidungen staut sich in den obersten Stockwerken, es bildet sich ein Biofilm, was vermutlich das Leben der kleinen Insekten begünstigt. Biofilm ist eine  schleimartige Schicht, die sich an den Flächen ansetzt, in der Bioschicht sind Nährstoffe und andere Substanzen enthalten.

Alle Jahre wieder …

Das gleiche Phänomen gilt auch für andere Fliegenarten, die im Herbst die Gebäude in Massen befallen.

Um das Eindringen in die Wohnungen von fliegenden Insekten zu unterbinden, haben sich Insektenschutzgitter wie Rollos oder Spannrahmen bestens bewährt. Sind die Tiere jedoch in den Hohlräumen der Fassaden und Brüstungselementen, kann es sein, dass sie durch feinste Ritzen und Spalten in die Wohnungen eindringen. Sprays wie Publikumsprodukte aus der Drogerie sind zur Bekämpfung ungeeignet, ungenügend und belasten nur unnötig die Umwelt. Hier hilft nur eine minutiöse Suche nach der Ursache und der Nestmöglichkeiten sowie ein gezieltes Behandeln der Hohlräume, in denen sich die Brutstätten befinden, mit geeigneten, durch das vom Bundesamt (BAG) bewilligten Insektiziden und mit dafür geeigneten Applikationsgeräten. Am besten wendet man sich an einen qualifizierten Schädlingsbekämpfer.

Nützlicher Link: www.pflanzenkrankheiten.ch

www.allpeco.ch