Page   DefaultCMS_Page_PreInit   0      
MASTER   Master_MasterPage_Init   0   0   
Page   Page_PreLoadSTART   0      
Page   Page_PreLoadEND   94      
MASTER   Page_Load Start   94   94   
MASTER   Page_Load Podcast: Build Repository   563   656   
MASTER   Page_Load Podcast: Bind Pages   0   656   
MASTER   Page_Load Agenda: Build Repository   562   1219   
MASTER   Page_Load Agenda: Bind Pages   0   1219   
MASTER   Page_Load Magazin   0   1219   
MASTER   Page_Load Minified CSS and JS   0   1219   
MASTER   Page_Load END   0   1219   
Page   DefaultCMS_Page_PreRender   1125      
MASTER   Master_MasterPage_PreRender   0   1219   
Page   DefaultCMS_Page_PreRenderComplete   16      

Hauswartung | Gebäudeunterhalt | Immobilienbewirtschaftung | Gemeinden | Werkhöfe

Unterhalt plus Mobiler Menu Item

Höhere Mindestlöhne sind kein Ersatz für den Respekt

Seit über 20 Jahren setzt sich Allpura, der Verband der Schweizer Reinigungs-Unternehmen, zusammen mit den Sozialpartnern für faire Löhne und Arbeitsbedingungen ein. In dieser Zeit konnte viel erreicht werden. Ein grosses Defizit erkennt Allpura jedoch in der fehlenden Wertschätzung für die Reinigungsmitarbeitenden. Diese drückt sich unter anderem in der unfairen Gestaltung und Honorierung von Aufträgen aus. Der Verband sieht in diesem Punkt Reinigungsbetriebe wie auch ihre Kunden in der Pflicht.

 

Karin Funk, Geschäftsführerin von Allpura, dem Verband der Schweizer Reinigungs-Unternehmen, erklärt faire Arbeitsbedingungen und die Einhaltung des Gesamtarbeitsvertrages mitsamt Mindestlöhnen für Chefsache: «Allpura und unsere Mitglieder haben keinerlei Interesse an Verstössen gegen den Gesamtarbeitsvertrag. Einzelne schwarze Schafe bringen alle anderen Reinigungsbetriebe immer wieder in Misskredit. Dabei hält sich die überwiegende Mehrheit der Reinigungsfirmen an die Regeln! Sie setzen sich für faire Arbeitsbedingungen und Löhne ein, fördern Mitarbeitende durch Aus- und Weiterbildung und bezahlen oft Löhne, die über dem vereinbarten GAV-Lohn liegen.»

 Tatsächlich hat – von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt – in der Schweizer Reinigungsbranche seit Jahren ein massiver Wandel stattgefunden. So haben sich die Mindestlöhne um rund 25% erhöht. Aktuell liegen sie für UnterhaltsreinigerInnen ohne Lehre bei CHF 3'422 zuzüglich 13. Monatslohn und Krankentaggeldversicherung. Für GebäudereinigerInnen EFZ, also nach abgeschlossener 3-jähriger Lehre, beläuft sich der Mindestlohn auf CHF 4'500 plus 13. Monatslohn. Zudem wird die Einhaltung der Löhne überwacht. So führt die Paritätische Kommission der Reinigungsbranche regelmässig Lohnkontrolllen durch. Verstösse von Firmen werden mit Bussen geahndet. Zudem können Mitarbeitende von Reinigungsbetrieben, Kunden und Aussenstehende jederzeit der PK Reinigung vermutete Verstösse melden.

Faire Stundenansätze für gute Arbeit

«Der Verband Allpura und seine Mitglieder lehnen unfaire Arbeitsbedingungen wie Arbeit auf Abruf strikte ab! Doch zu jedem Auftrag gehören zwei. Im Zuge der Geiz-ist-geil-Mentalität finden manche Auftraggeber einen verrechenbaren Stundenlohn von CHF 30 immer noch angemessen, während für den Gärtner oder Elektriker selbstverständlich CHF 90 verrechnet werden. Mit verrechenbaren Stundenansätzen von CHF 30 kann jedoch kein Reinigungsbetrieb vernünftig haushalten. Wer Reinigungskräften helfen will, sollte sich einmal mit den Ansätzen befassen, die sein Arbeitgeber oder sein eigener Haushalt zahlen», erklärt Karin Funk.

Bild: Karin Funk, Geschäftsführerin Allpura

 Zusatzverdienst in der Reinigung sichert die Existenz

Prekäre Arbeitsbedingungen herrschen in manchen Branchen. Nur so kann es sich Allpura erklären, dass in der Reinigungsbranche viele Menschen einen Zusatzverdienst suchen – neben ihrem Job in einer anderen Branche. Insofern nimmt die Reinigungsbranche auch eine wichtige soziale und volkswirtschaftliche Aufgabe wahr – viele Menschen können dank ihres Nebenjobs in der Reinigung ihr schlechtes Salär in einer anderen Branche aufbessern und so ihre Existenz sichern. Karin Funk betont zudem die integrierende Rolle, die die Reinigungsbranche mit ihrem Migrationsanteil von 95% spielt: «Für viele Migranten, die noch nicht die Landessprache beherrschen, ist eine Tätigkeit in der Reinigung die erste Stufe für den Eintritt in das Schweizer Berufsleben. Dieser Schritt hilft ihnen, sich in unserem Land besser zu integrieren, soziale Kontakte zu knüpfen und Arbeitserfahrungen zu sammeln.»

Die Reinigung verdient – wie anderes Handwerk – Wertschätzung

Die Allpura-Geschäftsführerin betont, dass Wertschätzung auch in der Reinigungsbranche selbstverständlich sein sollte: «Effiziente, werterhaltende und umweltschonende Reinigung ist ein Handwerk, das gelernt sein will. Professionelle Reinigung hat nichts Putzen zu tun, wie wir sie alle privat in unseren Haushalten kennen. Ohne Reinigungspersonal müssten Spitäler innert weniger Stunden schliessen. Die modernen Fassaden unserer Städte würden im Nu unansehnlich. Öffentliche Gebäude würden nicht mehr repräsentieren, und wir alle würden uns an unseren Arbeitsplätzen unwohl fühlen. Schon heute können viele davon ein Lied singen, dass ihr Arbeitgeber Kosten spart, indem er die Reinigung von Toiletten und Büros reduziert. Wir von Allpura erfahren zudem immer wieder von Ausschreibungen für Aufträge, die nur das Ziel von immer günstigeren Leistungen verfolgen. Aber das Gleiche immer noch billiger geht einfach nicht,» erklärt Karin Funk dezidiert.

 Wertschätzung hängt für Allpura auch mit den Rahmenbedingungen von Aufträgen zusammen. Während wie in anderen Branchen in der Reinigung immer weniger Zeit für die Arbeit zur Verfügung steht, der Preisdruck zunimmt und die Margen schrumpfen, wächst die Herausforderung für die Reinigungsbetriebe. Denn höhere Löhne fordern ist eine Seite der Medaille, dass Kunden sie auch bezahlen, die andere.

Die Mindestlöhne liegen seit 1. Dezember 2018 für UnterhaltsreinigerInnen ohne Lehre bei CHF 3'420 zuzüglich 13. Monatslohn und Krankentaggeldversicherung (CHF 3'706.75 inkl. 13. Monatslohn). Für GebäudereinigerInnen EFZ, also nach abgeschlossener 3-jähriger Lehre, beläuft sich der Mindestlohn auf CHF 4'500; für Gebäudereiniger EBA beträgt er nach der 2-jährigen Lehre CHF 4'000 – jeweils zusätzlich 13. Monatslohn. Diese Löhne gelten nicht nur für die Reinigungsbetriebe ab 6 Mitarbeitenden, die dem Gesamtarbeitsvertrag unterstellt sind. Auch Betriebe mit bis zu 5 Mitarbeitenden müssen sich im Rahmen der erleichterten Allgemeinverbindlicherklärung daran halten.

Allpura

Allpura vertritt als Verband die Schweizer Reinigungsbranche, die in der Deutschschweiz in rund 2’500 Unternehmen über 65’000 Mitarbeitende beschäftigt und einen geschätzten Umsatz von CHF 2 Mrd. erzielt. Der Gesamtarbeitsvertrag wird jeweils durch die Delegierten des Branchenverbands Allpura sowie die Gewerkschaften Unia, Syna und VPOD verabschiedet.

«Reine Profis»

«Reine Profis» ist das Engagement der Arbeitgebenden und der Arbeitnehmenden in der Reinigungsbranche der Deutschschweiz. Es fördert die Deutschkompetenz und fachliche Qualifikation der 65'000 Mitarbeitenden aus über 100 Ländern.

Weiterführende Links:

allpura.ch
pk-reinigung
reineprofis.ch